Allergien vermeiden – Schadstoffe reduzieren

- Hausstaubmilben mögen eine warme und feuchte Umgebung. Allergiker sollten Zudecken und Bezüge häufig wechseln.
Allergische Reaktionen werden unter anderem von chemischen Verbindungen, Milben im Hausstaub und Schimmel hervorgerufen. Leiden die Bewohner unter Allergiesymptomen sollte das Haus oder die Wohnung konsequent von Schadstoffen befreit werden.
Neue Richtwerte für belastende Stoffe
Kopfschmerzen, chronische Müdigkeit oder ein Ausschlag der Haut können allergische Reaktionen sein. Oftmals sind chemische Stoffe, die von Baustoffen abgegeben werden, verantwortlich dafür. Für diese flüchtigen organischen Verbindungen steht das Kürzel VOC. Das Umweltbundesamt hat unlängst festgelegt, dass bis zu 0,3 Milligramm VOC je Kubikmeter Raumluft in Wohnräumen unbedenklich sind. Bei einem Milligramm pro Kubikmeter kann man sich noch damit behelfen, gut zu lüften. Es ist durchaus möglich, unter fachlicher Anleitung zu messen, wie viel verschiedene Materialien ausdünsten.
Prüfsiegel garantieren Schadstofffreiheit
Wer auf eine wohngesunde Umgebung Wert legt, sollte daran bereits bei der Auswahl von Baustoffen und -materialien denken. Naturbelassene Holzoberflächen beispielsweise wirken antibakteriell, da auf ihrer Oberfläche keine Keime wachsen können. Außerdem ist Holz antistatisch – ein wichtiges Detail für Hausstauballergiker. Flächen, die sich elektrisch aufladen, ziehen aufgewirbelten Staub an. Holzfußböden sind leicht sauber zu halten, so dass sich erst gar kein Staub ansammeln kann.
Naturdämmstoffe wie Flachs, Hanf, Schafwolle oder Holzfaser enthalten oft wenig bis keine Schadstoffe. Daraus hergestellte Matten, Fasern, Filze oder Schüttungen sind überall im Haus einsetzbar. Die Stiftung Warentest prüft immer wieder Baumaterialien auf ihre Inhaltsstoffe.
Zertifizierte Baumaterialien, vom Dachziegel bis zu Fußbodenbelägen, müssen zu 85 Prozent aus nachwachsenden und/oder mineralischen Rohstoffen bestehen und werden genau auf Schadstoffe geprüft. Es gibt zahlreiche unabhängige Prüfsiegel. Unter ihnen ist das Natureplus-Siegel das umfassendste im Bereich Baustoffe. Für Verbraucher ist es hilfreich, sich daran zu orientieren.
Lüftungstechnik und Zentralstaubsauger
Auch bei der Haustechnik kann der Bauherr dafür sorgen, allergenreduziert zu wohnen.
Mechanisch geregelte Lüftungsanlagen sind Luftaustauscher, keine Klimaanlagen. Sie saugen die verbrauchte, aber erwärmte Luft in Küche oder Bad ab und leiten diese über einen Wärmetauscher nach außen. Im Gegenstrom holen sie von außen frische, kältere Luft herein. Im Wärmetauscher wird die Luft gefiltert und erwärmt und wieder in die Räume geleitet. Die Anlage sollte gut gewartet werden und regelmäßig einen neuen Luftfilter erhalten.
Ein Zentralstaubsauger dient dazu, gar nicht erst mit Allergenen in Kontakt zu kommen. Er befördert den gesamten Hausstaub unmittelbar in einen Abfallbehälter außerhalb des Gebäudes. Und damit auch den Feinstaub, der mit zahlreichen Allergenen durchsetzt ist. Der Saugschlauch des Staubsaugers wird einfach in die Luftsteckdose eingesteckt, die sich in der Wand der Zimmer befindet.
Tipps für Allergiker – Schadstoffe im Haus vermeiden
- Raumgestaltung: Der Putz kann aus Lehm oder Rotkalk auf natürlicher Mineralbasis sein. Er soll sogar Schadstoffe wie VOC absorbieren und sieht auch ohne Wandfarbe oder Tapeten attraktiv aus.
- Bei Holz gibt das FSC-Siegel darüber Auskunft, ob der Rohstoff aus nachhaltiger, ökologisch unbedenklicher Forstwirtschaft stammt.
- Eine Lüftungsanlage kann nur dann zuverlässig arbeiten, wenn deren Luftfilter regelmäßig getauscht und die Mechanik gewartet wird.
- Bis zu 15.000 Hausstaubmilben leben in einem einzigen Gramm Staub. Die wirksamste Therapie für den Allergiker ist regelmäßiges Putzen, häufiger Wechsel von Bezügen für Betten oder eine spezielle Immuntherapie.
- „Materialprüfung - für Allergiker geeignet” ist ein Prüfzeichen für Produkte, die vom TÜV Nord zertifiziert worden sind.
- Sachverständige für die Emissionsmessungen von Schadstoffen im Haus sind über kommunale Gesundheits- und Umweltämter oder die Industrie- und Handelskammern zu finden.
