Heizen mit Holzpellets: CO2-neutral und preisstabil

- Brennteller einer Pelletheizung, Foto: solvis
Holz kommt inzwischen in jedem fünften Haushalt in Deutschland als Brennstoff zum Einsatz – meist als attraktive Zusatzheizung im Wohnzimmer, aber auch als Zentralheizung im Keller. Auf dem Vormarsch ist vor allem der Brennstoff Holzpellets. Pellet-Zentralheizungen oder Pellet-Kaminöfen bieten modernste Öko-Technik, die vom Staat gefördert wird.
Feinstaub: Kein Thema
Holzheizungen setzen nur so viel CO2 frei, wie das Holz zuvor beim Wuchs gebunden hat. Damit ist die CO2-Bilanz von Holzheizungen ausgeglichen. Besonders gute Verbrennungs- und Emissionswerte weisen die ohne chemische Zusätze aus Sägemehl und Holzresten hergestellten Pellets auf. Die Holz-Presslinge erlauben durch ihre genormte Einheitsgröße eine fein regulierbare Verbrennung.
Die ausgefeilte Verbrennungstechnik sorgt dafür, dass Pelletheizungen bei der aktuellen Feinstaubdebatte kein Thema sind. Es wird kein feuchtes Holz verbrannt, es gibt keine unterschiedlich großen Scheite, die die Verbrennung ungleichmäßig ablaufen lassen. Pelletheizungen halten in der Regel die verschärften Werte der zukünftigen Bundes-Immissionsschutzverordnung ein. Sie arbeiten zumeist heute schon sauberer als es die zweite Stufe der Verordnung für die Zeit ab 2014 vorsieht.
Holzpellet-Kaminöfen
Geschlossene Kaminöfen verbrennen die Pellets kontrolliert und tragen damit zur Beheizung der Räume bei. Vor allem in der Übergangszeit, gerade auch in Niedrigenergiehäusern, werden sie gerne zur Entlastung der Zentralheizung eingesetzt. Auch Pelletöfen erlauben über eine Glasscheibe die freie Sicht aufs Flammenspiel, auf die die meisten Nutzer nicht verzichten wollen.
Noch einen Energiesparschritt weiter gehen die Modelle, die ihre Wärme nur zum kleinen Teil an den Raum abgeben. Sie sind über eine sogenannte „Wassertasche” an den zentralen Warmwasserspeicher angeschlossen und tragen damit zur Erwärmung des Brauch- und Heizwassers bei. Damit wird gleichzeitig eine Überhitzung des Aufstellraums vermieden.
Der Brennstoff wird aus handlichen Säcken in einen kleinen Vorratsbehälter gefüllt. Ein weiterer Vorteil der guten Verbrennung: Nur selten muss der Aschebehälter geleert werden.
Auch Jean Pütz nutzt modernste Öko-Technik in seinem Landhaus. Dort sorgen ein Pellet-Heizkessel und ein Kachelkamin für Wärme. Wie Sie mit wenigen Handgriffen Ihren Kaminofen zum Lodern bringen, sehen Sie im Video
» Kaminofen anfeuern mit Jean Pütz.
Holzpellet-Zentralheizung
Holz in Pelletsform kann auch als Futter für eine Zentralheizung dienen. Dann ist der Brennstoff aus dem Wald nicht nur Ergänzung, sondern vollwertige Alternative zu Öl oder Gas. An die Stelle des Öltanks tritt das Pelletslager – Tipps zu dessen Einrichtung finden Sie in unserem PDF-Download Pellets-Lagerraum. Die Pellets werden per Ansaugung und Förderschnecke zum Brenner transportiert.
Eine solche Zentralheizung lässt sich ähnlich gut regulieren wie eine herkömmlich Öl- oder Gasheizung. 12.000 bis 14.000 Euro sind für eine Einfamilienhaus-Anlage zu veranschlagen – abzüglich der Förderung. (Bild: Paradigma)
Einbau vom Staat gefördert
Holzpelletsheizungen werden vom Staat gefördert, wenn sie bestimmte technische Voraussetzungen erfüllen. Die im Rahmen des Marktanreizprogramms geltenden Fördersätze (Stand Dezember 2008) sind in unserer Holzpellet-Fördertabelle (im Download, siehe unten) zusammengefasst.
Achten Sie auf Qualitäts-Pellets
Martin Bentele vom Deutschen Energie-Pellet-Verband (DEPV) empfiehlt Käufern, auf das „DINplus”- oder – bei Ware aus Österreich – auf das „Ö-Norm”-Zeichen zu achten. „Auch für Lieferanten gibt es eine DIN-Prüfung für Pelletlogistik. Denn auch beim Transport und dem Einblasen ins Lager können Schäden verursacht werden.” Nicht genormte Import-Pellets können bröselig sein, haben einen hohen Staubanteil und verbrennen deshalb nicht so sauber. Verschmutzte Brenner und höhere Emissionen sind die Folge.
Die Preise für Pellets haben sich nach einigen Schwankungen in den letzten Jahren inzwischen auf einem Niveau stabilisiert, das deutlich unter dem Preis von Öl oder Gas liegt. DEPV-Geschäftsführer Bentele: „Die Produktionskapazitäten im Land wurden massiv ausgeweitet. Vor einem kalten Winter muss sich niemand fürchten, der mit Holzpellets heizt.”
Stand: 2009
