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Heizungs-Check: eine Stunde mit Gewinn

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Heizungs-Check, Foto: VdZ

Etwa 60 Minuten dauert der neue Heizungs-Check, den Fachhandwerker bundesweit einheitlich durchführen. Für Heizungsbesitzer kann sich die Investition von rund 100 Euro schnell bezahlt machen.

Seit dem Sommer 2008 bietet das Fachhandwerk den Heizungs-Check nach DIN 4792 flächendeckend an. Als Vorbild diente der seit Jahren erfolgreiche „e-check” des Elektrohandwerks. Der Check kommt aber auch der EU-Richtlinie zur Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden entgegen: Diese fordert unter anderem die einmalige Inspektion von über 15 Jahre alten Heizungsanlagen. Die Inspektion soll nicht mehr als 100 Euro kosten. Für Besitzer über 15 Jahre alter Ölheizungen wird’s noch günstiger: Das Institut für wirtschaftliche Ölheizung (IWO) unterstützt den Check der Öl-Oldtimer mit einem Zuschuss von 50 Euro.

Was wird gecheckt?

Der Heizungs-Check umfasst zehn Schritte. Für jede Station gibt es im Inspektionsbericht Punkte. Gewöhnungsbedürftig ist, dass mehr Punkte eine schlechtere Anlage bedeuten. Der Maximalwert von 100 Punkten steht also nicht für optimale Qualität, sondern für maximales Verbesserungspotenzial. Das Ergebnis wird auf einer „Rot-Grün-Skala” festgehalten, die sich an der Skala des Altbau-Energieausweises orientiert.

1. Abgasverlust

Der Abgasverlust wird auch vom Schornsteinfeger routinemäßig gemessen. Zu hohe Abgasverluste sind ein Indikator für eine nicht optimale Verbrennung. Die Bundes-Immissionsschutz-Verordnung (BimSchVO) legt hierfür Obergrenzen fest.

2. + 3. Wärmeverluste über Kesseloberfläche und Abgassystem

Liegen diese Werte zu hoch, spricht dies für eine mangelhafte Energieeffizienz der Anlage. Denn mit der erzeugten Wärme sollen schließlich die Heizkörper und der Trinkwasserspeicher aufgeheizt werden – und nicht der Raum, in dem die Anlage aufgestellt ist, oder gar die Umwelt. Auch die Strömungsgeschwindigkeit des Abgases zeigt, ob die gewonnene Energie den gewünschten Weg nimmt oder ungenutzt entfleucht.

4. Technischer Standard der Anlage

Bei Gas-, und immer mehr auch bei Ölheizungen, ist die Brennwerttechnik das Maß aller Dinge. Dabei wird das Abgas zur Kondensation gebracht, wobei nutzbare Wärmeenergie freigesetzt wird. Zum reinen Heizwert des Brennstoffs, der nur die Verbrennung selbst berücksichtigt, kommt noch die Kondensationswärme hinzu. Da sich der Wirkungsgrad einer Heizung auf den Heizwert bezieht, ergibt sich bei Brennwertgeräten rechnerisch ein Wirkungsgrad von über 100 Prozent: bei Gasheizungen bis 110 Prozent, beim Öl bis 106 Prozent. Ganz abgesehen von solchen Rechenspielen: Die Brennwertnutzung spart Heizkosten.

5. Überdimensionierter Heizkessel

Ist der Heizkessel zu groß für Ihr Haus, ist keine bedarfsgerechte Wärmeerzeugung möglich. Die Anlage muss unnötig oft „takten”, das heißt aus- und einschalten. Wie beim Anfahren eines Autos werden auch beim Anspringen der Heizung die meisten Schadstoffe freigesetzt und es geht am meisten Energie verloren. Deutlich überdimensionierte Heizkessel sind also Energieschleudern.

6. Heizungsregelung

Moderne Kessel schalten nicht nur ein und aus. Sie passen ihre Leistung den herrschenden Gegebenheiten an. Der Fachmann spricht von einer „modulierenden Betriebsweise”. Gute Heizkessel arbeiten gerade im Teillastbetrieb besonders umweltschonend. Auf Volllast muss in einem gut gedämmten Gebäude sowieso nur noch selten gefahren werden. Beim Heizungs-Check werden diese Aspekte der Heizungsregelung genau unter die Lupe genommen. Auf einen Blick erkennt der Handwerker, ob zum Beispiel eine vorausschauende witterungsgeführte Außenregelung installiert ist. Diese wird hoch bewertet.

7. Hydraulischer Abgleich

Darunter versteht man die Abstimmung der einzelnen Komponenten eines Heizsystems aufeinander. Sie erfordert nicht nur Sachverstand beim Handwerker, sondern auch Zeit. Und die kostet. Deshalb wird im Rahmen des Heizungs-Checks nur ermittelt, ob die Anlage hydraulisch abgeglichen ist oder nicht. Das Ergebnis wird in fast allen Fällen negativ sein. Dabei führt gerade diese Feinabstimmung der Heizung zu dauerhaften Energieeinsparungen. Ganz unabhängig vom Heizungs-Check kann jedem Bauherrn oder Sanierer ans Herz gelegt werden, seine neue Heizung hydraulisch abgleichen zu lassen.

8. Heizungspumpe

Unter Umständen verbraucht Ihre Öl- oder Gasheizung mehr Strom als Elektroherd, Waschmaschine oder Kühlschrank. Das liegt an der Umwälzpumpe, die das Heizungswasser vom Kessel zu den Heizkörpern pumpt. Ungeregelte Pumpen älteren Baujahrs mit einer Leistung von beispielsweise 100 Watt sind versteckte Stromfresser. Ihnen gegenüber stehen neuartige, kleine Hocheffizienzpumpen der Energieklasse A. Der Austausch der Heizungspumpe geht sehr schnell und kann sogar während der Heizperiode geschehen. Mit dem Einsatz einer neuen Heizungspumpe können Sie richtig viel sparen: Um ein Rechenbeispiel zu erhalten, klicken Sie am Ende des Artikels auf den Online-Beitrag Aufgepasst – alte Heizungspumpen sind Stromfresser.

9. Dämmung der Rohrleitung

Es ist Vorschrift, zugängliche Warmwasser-Rohrleitungen im unbeheizten Bereich ausreichend zu dämmen. Damit verringern Sie die Wärmeverluste auf dem Weg vom Heizkessel zu den Heizkörpern oder zu Bad und Küche. Stellt der Heizungs-TÜV hier Mängel fest, können Sie diese im Anschluss mit wenig Aufwand selbst beheben: Im Baumarkt sind spezielle Rohrschalen erhältlich.

10. Heizkörper

Auch bei der Wärmeabgabe wird – ganz unabhängig vom Verhalten der Bewohner – oftmals Energie verschleudert. In mindestens drei Räumen inspiziert der Handwerker die Thermostatventile beziehungsweise die Raumregler: Sind überhaupt Einzelraum-Regelungen installiert? Stimmen deren Einstellungen? Ist ein Temperaturfühler möglicherweise von Möbeln oder Gardinen verdeckt? Wieder gilt: Mit überschaubarem finanziellem Einsatz ist Abhilfe möglich.

In aller Regel ist der Heizungs-Check ein kostengünstiger Einstieg in die Sanierung der Heizanlage. Nach der Untersuchung weiß der Hausbesitzer genau, ob seine Heizungsanlage effizient arbeitet, oder wo sie unnötig viel Energie verschwendet. Der Heizungs-Check deckt auf, welche gezielten Modernisierungsmaßnahmen den Energieverbrauch und damit auch die Heizkosten erheblich senken können.

Weiterführende Informationen: