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Windkraft im Aufwind

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Windpark in der Ostsee. Foto: Siemens

Windparks auf hoher See leisten einen wertvollen Beitrag zur Energiewende. Auch auf dem Land sind Windräder willkommene Energielieferanten, denn der Stromtransport quer durch die Republik ist sehr aufwendig. Dazu kommen sogenannte Kleinwindanlagen, die auf oder neben Privathäusern ein Zeichen für die „Energiewende im Kleinen” setzen.

Unser Videofilm zeigt, wie eine Windkraftanlage aufgebaut wird (Aufbau einer Windkraftanlage – Video »). Bei Kleinwindanlagen bis 50 Meter Höhe fürs eigene Haus benötigt man zwar keine derart schweren Transport- und Montagegeräte. Doch auch bei der Windkraftnutzung im Einfamilienhaus-Maßstab ist einiges zu beachten.

Der richtige Standort für eine Kleinwindanlage

Wo weht der Wind optimal für die Kleinwindanlage? Das ist die entscheidende Frage, denn eine Verdopplung der Windgeschwindigkeit bedeutet den achtfachen Energiegewinn. Da es Windkarten » von Ihrem Grundstück kaum geben wird, sind eigene Untersuchungen ratsam. Sie kennen sicher ums Haus herum die Hauptwindrichtung sowie die Stellen, an denen „es immer zieht”.

Testen Sie mit einem Baustellen-Absperrband (ca. 1,50 m) die favorisierten Plätze. Beobachten Sie über einen Zeitraum von mehreren Wochen, ob das Band häufig im Wind flattert oder meist schlaff herabhängt. Dächer sind meist nicht ideal: Zur lästigen Schallübertragung ins Hausinnere kommt die Tatsache hinzu, dass auf dem Dach häufig Turbulenzen auftreten.

Eine Garage oder ein Gartenhäuschen sind oft besser geeignet. Der Mast muss benachbarte Hindernisse überragen und einem starken Sturm trotzen können. Und der Wind muss den Rotor aus allen Richtungen erreichen können.

Windkraft-Kleinwindanlage-Windenergie-Erneuerbare Energien-WindradKleinwindanlage. Foto: Solar-Wind-Team

Die Genehmigung der Kleinwindanlage:

Schalten Sie in jedem Fall das Bauamt ein. Zwar ist nur in einigen Bundesländern eine Baugenehmigung nötig. Doch überall müssen Sie baurechtliche Bestimmungen einhalten. Dazu gehören Masthöhe, Mindestabstände und der Lärmschutz. In Nordrhein-Westfalen sind die Kommunen neuerdings angehalten, das Genehmigungsverfahren deutlich zu vereinfachen. Vergessen Sie trotzdem nicht, Ihre Nachbarn zu informieren und auf die mögliche Geräuschentwicklung hinzuweisen. Außerdem wichtig: Passen Sie Ihre Haftpflichtversicherung und bei der Gebäudemontage auch die Haus- oder Gebäudeversicherung an! Und soll Ihre Anlage ans Stromnetz angeschlossen werden, müssen Sie sie vor Inbetriebnahme Ihrem Netzbetreiber melden.

Windkraft-Kleinwindanlage-Windenergie-Erneuerbare Energien-WindradInselanlage an einer Wetterstation im Allgäu.
Foto: Heyde Windtechnik






 

Welche Kleinwindanlage ist die richtige?

Zurzeit sind überwiegend Anlagen von unter 1 Kilowatt (kW) bis 10 kW Nennleistung auf dem Markt. Für private Haus- und Grundstücks-Eigentümer kommen Anlagen bis maximal 30 kW in Frage, denn damit kann der Betreiber den bestehenden Hausanschluss nutzen. Es gibt Bauarten mit horizontal oder vertikal ausgerichtetem Rotor. Lassen Sie sich von einem Experten die möglichen Erträge kalkulieren. Bedenken Sie dabei, dass die meisten Ertragsangaben der Hersteller ausgesprochen optimistisch sind.

Wie wirtschaftlich ist die Kleinwindanlage ?

Der Großteil der erzeugten Energie sollte in den eigenen Haushalt fließen, da die Vergütung mit 9 Cent pro Kilowattstunde nicht so lukrativ ist wie etwa beim Solarstrom. Eventuelle Überschüsse speisen Sie ins Stromnetz ein und erhalten dafür die Vergütung.

Für abgelegene Ferienhäuser ohne Anschluss ans öffentliche Stromnetz kommt außerdem ein Inselbetrieb in Frage. Dort müssen Sie dann den Windstrom in Akkus speichern – eine recht kostspielige Angelegenheit.

Kleinwindanlagen sind – noch – recht teuer, da sie nur in kleinen Stückzahlen hergestellt werden: Pro Kilowatt Leistung rechnet man ohne Montage und weitere Komponenten mit Kosten von rund 3.000 Euro.


In diesem Videofilm sehen Sie, wie eine Windkraftanlage aufgebaut wird:

Video
Weiterführende Informationen: