Schont den Geldbeutel: Pflanzen selbst aussäen

- Das Frühjahr ist die beste Zeit für die Aussaat. Foto: Floragard
Im März und April hat die Aussaat von Pflanzen Hochkonjunktur. Wir zeigen Ihnen, wie aus winzigen Samen kraftstrotzende Pflanzen werden.
Viele Sommerblumen, Stauden oder Gemüsearten sowie einige Kübelpflanzen lassen sich selbst aus Samen ziehen. Sie können dazu im Frühjahr Saat-Tütchen in Gartenmärkten kaufen oder im Herbst die Samen von abgeblühten Pflanzen sammeln. Die eigene Anzucht bietet enorme Preisvorteile: Eine Tüte mit 40–50 Sommerblumensamen kostet zum Beispiel nicht mehr als zwei fertig gezogene Jungpflanzen.
Saatgut selbst sammeln
- Ernten Sie nur vollständig ausgereifte Samen, trockene Samenhülsen sind meist ein Indiz dafür.
- Das Wetter sollte trocken sein. Ist der Samen feucht, muss er erst ausgebreitet und getrocknet werden.
- Haben Sie mehrere gleiche Pflanzen zur Auswahl, holen Sie den Samen vom kräftigsten und gesündesten Exemplar.
- Sogenannte F1-Hybriden (hochgezüchtete Sorten) eignen sich nicht für die Aussaat.
- Mit einem Sieb können Sie sonstige Pflanzenreste entfernen.
- Bewahren Sie die Samenkörner bis zur Aussaat in beschrifteten Papiertütchen an einem kühlen, trockenen Ort auf.
So gelingt die Aussaat
Für alle Aussaaten sollten Sie nur spezielle Aussaaterde verwenden. Sie ist nährstoffarm und regt die Keimlinge verstärkt an, Wurzeln zu bilden. Es gibt fertige Substrate zu kaufen. Gut geeignet ist aber auch die schön gelockerte Erde von Maulwurfshügeln, vermischt mit Sand im Verhältnis 1:1. (Foto: Floragard)
- Füllen Sie die Aussaatgefäße und drücken Sie die Erde mit einem Holzbrett glatt. Als Alternative zu den im Handel erhältlichen Anzuchtschalen können Sie auch einfach Eierkartons, Erdbeerschalen oder gut ausgewaschene Joghurtbecher verwenden.
- Nun die Samen gleichmäßig ausstreuen. Die meisten Pflanzen sind Dunkelkeimer, das heißt, sie keimen nur im Dunkeln. Deshalb werden sie etwa in der Stärke der Samenkörner mit Erde überdeckt. Es gibt aber auch Lichtkeimer, die nur leicht angedrückt werden oder nur ganz dünn mit Erde übersiebt werden. Dazu gehören viele Kräuter wie Basilikum, Estragon, Kamille, Thymian, Ysop und einige Zierpflanzen wie Glockenblumen, Gazanien, Fleißiges Lieschen, Lobelien, Löwenmäulchen oder Begonien, aber auch Kopfsalat oder Sellerie.
- Gießen Sie die Erde mit dem weichen Brausestrahl der Gießkanne oder mit einem Handsprüher vorsichtig an.
- Bis die Samen anfangen zu keimen, muss die Erde gleichmäßig feucht gehalten werden. Hilfreich ist eine Abdeckhaube aus Glas oder transparentem Kunststoff. Alternative: Stöckchen in die Erde setzen und Folie darüberspannen. Am besten einmal täglich lüften!
- An einen hellen Platz mit gleichbleibenden Temperaturen stellen (18 bis 22 °C), zum Beispiel auf die Fensterbank oder ins Gewächshaus. Achtung: Auf kalte Fensterbänke aus Stein eine dämmende Unterlage aus Holz, Styropor oder Filz legen.
- Sobald die Keimung eintritt: Folie oder Haube stundenweise zum Lüften abnehmen, nach einigen Tagen ganz entfernen.
Wenn’s zu eng wird: Pikieren
Wenn die Sämlinge mehrere Blattpaare entfaltet haben und sich gegenseitig bedrängen, geht’s ans Vereinzeln. Der Fachmann spricht von Pikieren. Dazu die Pflänzchen vorsichtig mit der einen Hand fassen. Mit der anderen Hand lockern Sie die Erde rund um die Wurzeln mit einem Holzstäbchen oder einem speziellen Pikierstäbchen. Anschließend einzeln in kleine Töpfe mit Pflanzerde setzen. Die Erde um die Pflänzchen leicht andrücken und vorsichtig angießen. Erst nach den Eisheiligen Mitte Mai dürfen sie schließlich nach draußen. (Foto: Floragard)
Am besten schon 1–2 Wochen vorher an das rauere Klima draußen gewöhnen, indem man sie tagsüber draußen an einem geschützten Platz aufstellt. Nachts hereinholen.
Direkt ins Beet säen
Robuste, schnell wachsende Gemüsesamen wie von Bohnen, Erbsen, Spinat, Möhren oder Blumen wie Wicken, Ringelblumen, Schmuckkörbchen können Sie auch direkt ins Beet säen. Der beste Zeitraum ist von Anfang April bis Mitte Mai.
- Dazu die Erde im Beet mit einem Grubber oder Krail lockern und organischen Dünger einarbeiten. Anschließend die Erde mit dem Rücken der Harke verfestigen.
- Saatrillen ziehen und Körner einstreuen oder Samen locker aus dem Handgelenk breitwürfig ausstreuen.
- Die Samen mit dem Rücken der Harke vorsichtig andrücken und dünn mit Erde bestreuen. Nach dem Aussäen angießen und bis zur Keimung gleichmäßig feucht halten.
- Falls die Pflanzen zu dicht aufgehen, pikieren (siehe oben).
Mehr Infos:
In Natalie Fassmanns Buch Vielfalt aus der Samentüte gibt’s detaillierte Anweisungen zur Aussaat, getrennt nach Kräutern, Gemüse und Blumen. Ulmer Verlag, ISBN 978-3-8001-5782-2, 7,90 Euro
