Gesund bleiben mit Naturheilkunde

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Homöopathie, Schüßler-Salze, Yoga, Akupunktur, Osteopathie und, und, und. Das Angebot an alternativen Heilmethoden wächst nicht nur stetig – es wird auch zunehmend angenommen.
Manche haben schlechte Erfahrungen mit der Schulmedizin gemacht, für andere sind die geringen Nebenwirkungen das Argument. Auch wenn der Patient homöopathische Arzneien und naturheilkundliche Verfahren größtenteils selbst bezahlen muss, hält die Nachfrage an.
Hier ein erster Überblick über naturheilkundliche Verfahren:
Phytotherapie
Schon früh haben die Menschen sehr viel über Kräuter, Blüten, Blätter und Wurzeln gewusst. Die Kenntnisse gewannen sie vorrangig aus sehr genauen Beobachtungen. Heute ist die Wirksamkeit für viele Heilpflanzen auch wissenschaftlich belegt. Echinacea purpurea (Foto: Kanusommer-Fotolia.co) beispielsweise, stärkt das Immunsystem und wirkt unterstützend bei Grippe und Harnwegsinfekten. Die Formen der Darreichung pflanzlicher Wirkstoffe sind vielfältig: Tabletten, Kapseln, Pulver, Salben, Tropfen, Säfte, Tees …
Homöopathie
Vergleichsweise jung ist dieser Zweig der Alternativmedizin, den viele fälschlicherweise mit dem Überbegriff Naturheilkunde gleichsetzen. Die Homöopathie ist jedoch nur eines von mehreren naturheilkundlichen Verfahren.
Ihr Begründer, Samuel Hahnemann, wirkte um 1800 und entdeckte im Selbstversuch, dass Heilmittel bei Gesunden genau die Symptome verursachen, die sie bei Kranken heilen. Deshalb suchte er zu jeder Krankheit ein möglichst entsprechendes Mittel. Das Simile-Prinzip „Ähnliches werde durch Ähnliches geheilt” gilt als die Grundlage seiner Methode. Er verstärkte die Heilwirkung weiter, indem er seine Mittel schrittweise verdünnte und verschüttelte, also potenzierte. Homöopathische Heilmittel, meist Tropfen oder Kügelchen (lat. Globuli), werden auch heute noch nach diesen Prinzipien verabreicht. (Foto: Womue-Fotolia.com)
Ayurveda
Das älteste der großen Heilsysteme trägt seinen Beinamen „Mutter der Medizin” nicht von ungefähr: Ayurveda hat seine Wurzeln vor über 9.000 Jahren in Indien. Sowohl die chinesische, die tibetische wie auch die abendländische Heilkunde hat er beeinflusst. Oft wird Ayurveda mit Wellness gleichgesetzt. Die bekannten Ölmassagen und Bewegungstechniken wie Yoga sind aber nur Teilaspekte.
Wichtig ist zudem eine ausgleichende Ernährung: Für Aufbau, Abbau und Erhalt des Körpers sind laut Ayurveda drei Energiemuster verantwortlich, die „Doshas”: das luftige Bewegungsprinzip Vata, das feurige Verwandlungsprinzip Pitta und das erdige Strukturprinzip Kapha. Die Anteile der drei Doshas formen Persönlichkeit und Charakter des Menschen. Über die Ernährung ist es möglich, ein dominantes Dosha auszugleichen, um ein Gleichgewicht herzustellen.
Ein Beispiel: Der Pitta-Typ ist kräftig, neugierig, intelligent, er arbeitet mit sehr hohem Anspruch und regeneriert sich rasch. Ein Überschuss an Pitta macht den Menschen allerdings hitzköpfig und rechthaberisch. Das Zuviel zeigt sich körperlich in Form von Entzündungen, brennenden Schmerzen oder Fieber. Pitta-Lebensmittel zeichnen sich entsprechend durch Hitze und Schärfe aus. Zum Ausgleich sollten diese Nahrungsmittel gemieden und auf Chili, scharfe Gewürze und Alkohol verzichtet werden. (Foto: N.Krok-Digitalstock.de)
Traditionelle Chinesische Medizin
Am Yin-Yang-Symbol lässt sich die zentrale, ganzheitliche Perspektive der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) gut nachvollziehen: Alles im Leben hat zwei Seiten – Yin, die schwarze, dunkle, kalte, und Yang, die weiße, helle, heiße. Dabei birgt jedes Phänomen einen Anteil des gegenteiligen Aspekts. Die Hälften greifen fest ineinander – keine kann für sich alleine bestehen. Gesundheit ist gleichbedeutend mit dem harmonischen Miteinander beider Seiten. (Foto: Pdesign-Fotolia.com)
Punktgenau behandeln
Neben Yin und Yang ist die Lehre vom Fluss der Lebensenergie Qi (sprich: „tschi”) zentral. Hier knüpfen die Therapiemethoden der Akupunktur und der Akupressur an: Aus Sicht der TCM fließt Qi in Meridianen – das sind Leitbahnen, die über den gesamten Körper vernetzt sind. Sie verbinden innere und äußere Körperpartien. Mit Hilfe von Nadeln (Akupunktur) oder den Fingern (Akupressur) lassen sich über bestimmte Punkte auf den Meridianen Blockaden lösen. So kann das Qi wieder frei fließen und ohne Störung zu allen Organen und Geweben gelangen. (Foto: Thoro-Fotolia.com)
Kneipp-Therapie
Ein heimisches Naturheilverfahren ist die Methode des Pfarrers Kneipp (1821–1897). Neben der Bewegung, der Pflanzenheilkunde, der Ernährung und seinem Ordnungsprinzip gehört zu einer Kneipp-Kur immer die Therapie mit Wasser. (Foto: M.Schüll-Digitalstock.de)
Doch nicht nur das bekannte Wassertreten stärkt die Abwehrkräfte, auch ein kaltes Armbad wirkt. So wird’s gemacht:
- Zu Beginn sollen Arme und Hände warm sein.
- Füllen Sie Ihr Waschbecken mit kaltem Wasser (12–18 Grad)
- Tauchen Sie die Arme ein, bis Sie die Kälte spüren (30–40 Sekunden).
- Zum Schluss das Wasser sanft abstreifen und die Arme wieder aufwärmen (z. B. durch Kleidung oder Bewegung).
Bewegung, Ernährung, Entspannung, soziale Umwelt
So verschieden die Methoden der Naturheilkunde auch sind, in einem Punkt sind sie sich einig: Der Mensch funktioniert als Einheit von Körper, Seele und Geist. Diese drei wirken wechselseitig, und ihr Einklang ist Bedingung für unsere Gesundheit. Entscheidend ist unsere Lebensweise – konkreter: Bewegung, Ernährung, Entspannung, soziale Umwelt. Viele Heilkonzepte stellen eine Kombination aus mehreren dieser Aspekte dar.
Besser vorbeugen
Eine weitere Gemeinsamkeit ist die Idee der Prophylaxe. Diesen Gedanken hat die östliche Medizin schon lange verinnerlicht, während wir hierzulande meist erst aktiv werden, wenn der Rücken bereits schmerzt oder die Organe sich krank melden.
Wer leichte Beschwerden, wie Erkältungen, Verspannungen oder Schürfwunden, selbst behandeln will oder wer chronische Leiden begleitend therapieren möchte, kann mit alternativen Heilmethoden gute Erfolge erzielen. Wichtig ist in jedem Fall, dass die Methode gut zu Ihnen passt. Wählen Sie also bewusst aus, und beobachten Sie genau, womit Sie sich wohlfühlen.
