Zementfliesen – kunstvolle Schönheiten

- Lebendige Muster eignen sich für Räume, in denen viel passiert. Für Ruheräume sollten Sie eher ruhige und ausgewogene Muster wählen. Zementmosaikboden, zirka 74 Euro/m2. (Foto: Via)
Die oft mit kunstvollen Motiven versehenen Fliesen kennt man vor allem aus südlichen Ländern oder aus Jugendstilbauten. Es ist sogar möglich, historische Beläge und Ornamente originalgetreu wiederherzustellen. Doch das Verlegen erfordert viel Geschick.
Im Prinzip werden Zementfliesen wie herkömmliche Fliesen verlegt. Die Unterschiede liegen im Detail: Zementplatten verlegt man zum Beispiel mit sehr geringer Fugenbreite (zirka 2 mm). Das erfordert präzises Arbeiten, Ungenauigkeiten beim Verlegen können nicht durch die Fugen „aufgefangen” werden. Durch die Materialstärke von 13 bis 18 Millimeter haben die gängigen Heimwerker-Fliesenschneidemaschinen keine Chance. Am besten eignet sich ein Nassschneider, der im Baustoffhandel geliehen werden kann. Insgesamt sind Zementfliesen also etwas für versierte Heimwerker, die im Idealfall schon Erfahrung mit herkömmlichen Fliesen sammeln konnten.
Fertigung der Fliesen - Aufwendige Handarbeit
Zementfliesen werden in einem aufwendigen Verfahren teilweise von Hand gefertigt. Zunächst wird die drei bis sechs Millimeter starke Nutzschicht aus Marmorstaub, Zement, feinem Sand, Felsgranulat und Farbpigmenten gegossen. Die Zement-Trägerschicht verbindet sich anschließend unter hohem Druck mit der Nutzschicht. Dank deren Stärke kann der Boden zu Renovierungszwecken auch mit speziellen Schleifmaschinen erneuert werden. Fliese mit Kantenlänge 25 cm, dreifarbig, 80 Euro/m2. (Foto: Mosáico)
Zementfliesen: Für geübte Heimwerker
Verlegen – hier ist Präzision gefragt
- Den Kleber mit einer Zahnkelle (10 mm Zahnung) auf den sauberen, ebenen und tragfähigen Untergrund ziehen (oben links).
- Die Platten gleichmäßig tief ins Kleberbett drücken und in alle Richtungen sehr sorgfältig ausrichten (oben rechts).
- Ein Nassschneider ist für den Zuschnitt ideal. Selbst Gehrungen können so exakt geschnitten werden (oben links).
- Der Belag vor dem Verfugen. Die Platten werden traditionell mit sehr geringer Fugenbreite verlegt (oben rechts).
Verfugen – die schmalen Zwischenräume füllen
- Mit dem Fugenbrett den Mörtel (2 Teile Trasszement, 1 Teil Quarzsand) eindrücken, bis der Mörtel die Fuge komplett füllt (oben links).
- Nach Abschluss eines gut erreichbaren Abschnitts mit feuchtem Schwamm reinigen (oben rechts).
Behandeln – Schutz durch Öl
- Für Zementfliesen geeignetes Öl mit einem Schaumstoffroller auftragen. So lange nachölen, bis ein Überstand bleibt (oben links).
- Mit einer Poliermaschine das überstehende Öl umgehend einpolieren (oben rechts).
Nach einem Tag kann der Boden vorsichtig begangen werden, nach 7 Tagen ist er gebrauchsfertig. (Fotos: Via)
Tipp: Fertige Fugenmassen, die Kunststoff enthalten, können auf den Zementfliesen einen Grauschleier bilden. Der Fugenmörtel wird daher speziell gemischt.
Ausführliche Beschreibungen zum Fliesenlegen, mit Schritt-für-Schritt-Anleitungen, finden Sie beispielsweise hier:
- www.baumarkt.de – Stichwort: Fliesen legen
- www.ceresit.de
