Trittfeste Multitalente: Teppichböden

- Foto: Teppichboden Brillux
Sie können Schadstoffe in reine Luft verwandeln, Elektrosmog die Stirn bieten oder Lärm schlucken – Teppiche haben viele Talente. Auch wer die Raum-Optik aufpeppen möchte, liegt mit einem hübschen Teppich richtig: Farben, Muster und teils aufwendige Texturen bieten jede Menge Gestaltungsspielraum.
Der weiche, elastische Untergrund hat viele Vorzüge:
- Wer es sich gerne auf dem Boden gemütlich macht, für den sind Teppiche eine gute Wahl, denn sie sind wohlig warm. Teppiche halten im Vergleich zu glatten Belägen die Wärme besser im Raum. Grund dafür sind die Luftkammern zwischen den Fasern, die als Wärmepolster wirken.
- Je nach Dicke und Dichte dämmen Teppiche Trittschall bis zu 90 Prozent. Wie auch andere Raumtextilien mindern sie den Lärm aus der eigenen und aus der Nachbarwohnung.
- Teppiche punkten dank ihrer rauen Oberfläche hinsichtlich Trittsicherheit. Sie federn zudem Geh-Bewegungen ab, was Gelenke und Muskulatur schont.
- Auch zur Feinstaubreduzierung leisten textile Bodenbeläge ihren Beitrag: Die Konzentration der winzigen Partikel in der Luft, die von Abgasen, Zigaretten oder Druckern stammen, ist in Zimmern mit Teppichen um mehr als die Hälfte niedriger als in Räumen mit Hartboden. Der Grund: Teppiche fixieren den Staub und mit ihm allergieauslösende Stoffe. Der Deutsche Allergie- und Asthmabund (DAAB) empfiehlt deshalb Hausstaub-Allergikern kurzflorige, dichte Teppiche, die gut zu reinigen sind. Verwenden Sie Staubsauger mit rotierendem Bürstvorsatz und eingebautem „HEPA”-Filter. Letzterer bindet die Staubpartikel, so dass sie über die Abluft des Staubsaugers nicht wieder in den Raum gelangen.
Worauf Sie bei der Teppichwahl achten sollten
Kunstfaserteppiche sind in der Regel robuster als Naturfasern. Dafür wirken Wolle, Sisal oder Kokos ausgleichend aufs Raumklima, da sie Feuchtigkeit aufnehmen und bei Bedarf wieder abgeben. Was problematische Inhaltsstoffe betrifft, gibt es gute Nachrichten. Stiftung Warentest veröffentlichte eine Untersuchung (7/2007, www.test.de), deren Ergebnis in puncto Raumluft sehr positiv war – vor allem bei den Kunstfaserteppichen. Dennoch verströmt Neuware oft einen penetranten Geruch, der jedoch nach spätestens acht Wochen weg sein sollte. Hält er an, sollten Sie reklamieren. Um einen Mangel feststellen zu lassen, können Sie sich auch an das Textiles & Flooring Institute (www.tfi-online.de) wenden.
Wollteppiche sind oft mit Mottenschutzmitteln behandelt, die Pyrethroide, also Nervengifte, enthalten. Ob es durch Abrieb zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen kommen kann, ist unter Experten umstritten. Empfindliche Personen oder Haushalte mit Krabbelkindern sollten deshalb vorsichtshalber auf die Ausrüstung verzichten.
Gesundheitsbedenklich sind auch Rückenbeschichtungen aus Schaumstoff, die jedoch in den letzten Jahren überwiegend durch Naturlatex, Jutegewebe oder Vlies ersetzt wurden. Geblieben sind allerdings die kritischen Inhaltsstoffe bei Klebern. Wer den Teppich also nicht lose verlegen oder nur mit doppelseitigem Klebeband fixieren möchte, sollte auf Klebstoffe mit der Bezeichnung „EC1, sehr emissionsarm” zurückgreifen.
Teppich-Siegel im Überblick
Im großen Angebot an Teppichen helfen Symbole und Siegel, die Qualität des Bodenbelags zu beurteilen. Teppiche gibt es in unterschiedlichen Beanspruchungsklassen, wobei für Wohnräume die Klassen 21 bis 23 interessant sind. Für stark beanspruchte Zimmer, wie Arbeits- oder Kinderzimmer sowie für den Eingangsbereich – sind Sie mit „22+” auf der sicheren Seite. Achten Sie im ersten der unten abgebildeten Symbole auf die Zahl unter den gezeichneten Personen.
Die kleineren Symbole zeigen, ob sich der Teppich für Stuhlrollen oder Treppen eignet. Ist bei der Stuhlrolle oder der Treppe noch ein Häuschen abgebildet, ist der Teppich ausschließlich für Wohnräume geeignet, nicht aber für Geschäfts- oder öffentliche Gebäude.
Wenn Sie Teppichböden mit einer Fußbodenheizung kombinieren wollen, sollten Sie auf das Symbol mit der Heizschlange und den drei Pfeilen achten, denn nicht jeder Teppich eignet sich zum Verlegen auf Fußbodenheizungen.
Der Blitz zeichnet Teppichboden aus, die antistatisch sind und sich somit für Räume eignen, in denen mit Computern oder elektrischen Geräten gearbeitet wird.
Teppiche mit dem Scheren-Symbol haben eine stabile Schnittkante, können also zugeschnitten werden, ohne auszufransen.
Damit die Qualität stimmt und die Luft rein bleibt, bieten zum Beispiel folgende Gütesiegel eine Orientierungshilfe:
Das rote „t” der Europäischen Teppich-Gemeinschaft – je mehr rote Sterne, desto höherwertiger ist das Produkt.
Das GuT-Signet der Gemeinschaft umweltfreundlicher Teppichboden zeichnet gesundheitlich unbedenkliche und umweltfreundliche Produkte aus, die auf Schadstoffe, Emissionen und Geruchsbildung untersucht sind.
Das Siegel „Schadstoffgeprüft – Produkt überwacht” vergibt der TÜV SÜD bundesweit in Verbindung mit einer „Ökologischen Produktprüfung”.
Das RugMark-Siegel ist ein Label der internationalen, nichtkommerziellen Initiative RugMark zur Abschaffung illegaler Kinderarbeit in der südasiatischen Teppichindustrie.
Flecken
Bei Flecken auf dem Teppichboden ist es immer gut, sofort zu reagieren. Wie, das lesen Sie in unserem Download „Oh Schreck, ein Fleck!”.
